Ein Therapieplan gehört zu jeder Verordnung: Befund, Ziele, Maßnahmen und der Verlauf müssen zusammenpassen. Auf Papier kostet das allerdings Zeit – und die fehlt im Praxisalltag oft genau dort, wo sie eigentlich gebraucht wird. Eine gute Praxissoftware kann euch einen Teil dieser Arbeit abnehmen. Allerdings gehen die Programme dabei ziemlich unterschiedliche Wege.
Wir haben uns deshalb angesehen, welche Programme Therapiepläne direkt in der Software abbilden, wo es Übungsbibliotheken für Patienten gibt und bei welchen Systemen der Therapieplan bislang eher außerhalb der eigentlichen Software entsteht. Grundlage sind unsere Hersteller-Interviews, die wir im September 2026 noch einmal mit den Angaben auf den Herstellerseiten abgeglichen haben.
Zum Gesamtvergleich: Praxissoftware für Physiotherapeuten
Was Therapieplanung in der Praxissoftware bedeutet
Im Praxisalltag ist Therapieplanung eigentlich schnell erklärt: Aus dem Befund entstehen die Therapieziele, daraus wiederum die konkreten Maßnahmen für die einzelnen Einheiten. Bei jedem Termin kommt der aktuelle Verlauf dazu. In einem vollständigen Therapieplan finden sich deshalb Diagnose und Befund, die vereinbarten Ziele, Heilmittel mit Frequenz und Dauer, Eigenübungen für zu Hause und die laufende Verlaufsdokumentation.
Die Software kann euch dabei an mehreren Stellen unterstützen. Bei der Befundung sind es zum Beispiel Formulare und Body-Charts. Beim eigentlichen Plan helfen Vorlagen oder fertige Übungsprogramme. Für den Patienten kann der Plan anschließend als Ausdruck, PDF oder über eine App bereitgestellt werden. Und beim Verlauf lässt sich die Dokumentation direkt mit der Verordnung verbinden. Was die hier verglichenen Programme nach unseren Interviews nicht können: einen vollständigen Therapieplan automatisch aus dem Befund ableiten. Was es dagegen gibt, sind Vorlagen und Übungsbibliotheken, die den Weg zum fertigen Plan deutlich verkürzen.
Beim Begriff Therapieplanung lohnt sich außerdem eine kurze Abgrenzung. In Reha-Kliniken kann damit die komplette Planung von Anwendungen über Räume, Geräte und Therapeuten gemeint sein. Dafür gibt es eigene Kliniksysteme. Hier geht es dagegen um die ambulante Physiotherapiepraxis und den konkreten Behandlungsplan eines Patienten.
Seit dem 1. November 2024 gibt es in der Physiotherapie die Blankoverordnung, zunächst für Diagnosen rund um die Schulter. Der Arzt stellt die Diagnose, während ihr Heilmittel, Frequenz, Dauer und Anzahl der Einheiten selbst festlegt (GKV-Spitzenverband). Dadurch bekommt die Therapieplanung noch einmal eine andere Bedeutung: Sie ist nicht nur eine interne Planungshilfe, sondern wird zur Grundlage der Verordnung. Für die Software stellt sich damit eine ziemlich praktische Frage: Lassen sich Ziele, Maßnahmen und Frequenz so hinterlegen, dass am Ende möglichst ohne zusätzliche Arbeit ein Therapiebericht daraus entsteht?
Dokumentieren müsst ihr die Behandlung ohnehin. § 630f BGB verpflichtet Behandelnde dazu, Anamnese, Befunde, Therapien und deren Wirkungen in der Patientenakte festzuhalten. Ein Therapieplan, der direkt in der Akte liegt und im Verlauf der Behandlung weitergeführt wird, kann davon einen großen Teil abdecken.

Therapieplanung in der Praxissoftware: die Programme im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt die Systeme, die wir uns für diesen Vergleich genauer angesehen haben. Die Angaben stammen aus unseren Hersteller-Interviews. Es handelt sich also um Herstellerangaben, die wir so wiedergeben, wie sie uns vorliegen. Im September 2026 haben wir die Informationen noch einmal mit den jeweiligen Herstellerseiten abgeglichen. Bei tinana basiert die Zeile auf der aktuellen Herstellerseite, weil sich das Produkt seit unserem Interview von einer App hin zu einer vollständigen Praxissoftware entwickelt hat. Die Reihenfolge ist alphabetisch.
Am Smartphone liest sich die Tabelle am besten im Querformat. Dreht das Gerät einmal.
| Software | Therapieplan in der Software | Übungen für Patienten | So kommt der Plan zum Patienten |
|---|---|---|---|
| appointmed | Manuell, mit eigenen Vorlagen für die häufigsten Fälle in der Patientenakte | Keine Übungsbibliothek | Ausdruck oder sicherer Versand aus der Akte |
| henara (inzwischen SMART.VO) | Nicht in der Software; Schnittstelle zu externen Übungs-Tools (fyzo), deren Doku importiert wird | Keine eigene, über das angebundene Tool | Über das angebundene Tool |
| iPrax | Manuell erstellte Pläne und Vorlagen per PDF-Import in der Akte | Keine Übungsbibliothek | Ausdruck oder digital, auch Fotos, Videos und Scans |
| medo.check | Über die Trainingsplanung, mit Überschriften, Kommentaren und eigenen Übungen als Bausteine | 3.300 Übungen, rund 2.800 davon mit Video, eigener Pool für Physiotherapie, eigene Übungen und Videos möglich | medo.coach App, PDF oder Ausdruck mit Link und QR-Code |
| NOVENTI Ora | Maßnahmen per Textbaustein oder Freitext, Vorlagen für Eigenübungen | Über 100 Vorlagen mit Eigenübungen nach Lokalisation und Maßnahme, eigene Vorlagen möglich | Druck, Download oder E-Mail |
| Optica Viva | Noch nicht (Herstellerangabe, Stand 05/2024) | Keine Übungsbibliothek | Entfällt |
| Patientify | Noch nicht, laut Hersteller in Planung; eigene Pläne lassen sich als Datei in der Akte ablegen | Keine Übungsbibliothek | Als Datei aus der Akte |
| Proleos⁺ | Noch nicht (Herstellerangabe) | Keine Übungsbibliothek; Kooperationspartner mit Videokursen für Prävention | Entfällt |
| synaptos | Individuelle Therapiepläne über die integrierte Übungsbibliothek | Über 23.000 Übungen (Physiotec/Wibbi) mit Foto, Video und mehrsprachiger Beschreibung, eigene Übungen möglich; beim Interview für Pilot-Nutzer freigeschaltet | App oder Ausdruck per E-Mail, Patienten-Feedback läuft zurück in die Akte |
| tinana | Ziele, Maßnahmen und Frequenz je Verordnung über Textbausteine und Maßnahmenkataloge; Pflichtfelder der Blankoverordnung hinterlegt | Nennt die Herstellerseite nicht (Stand 09/2026) | Keine Angabe; der Therapiebericht geht per KIM oder signiertem PDF an den Arzt |
| thevea | Noch nicht; Hersteller: „wir arbeiten aber bereits daran“ | Keine Übungsbibliothek | Entfällt |
Therapieplan als Übungsprogramm mit Patienten-App
Bei zwei Programmen steht beim Therapieplan vor allem eines im Vordergrund: die Übungen. Ihr stellt den Plan aus einer Bibliothek zusammen, könnt eigene Übungen ergänzen und gebt ihn anschließend direkt auf das Smartphone des Patienten. Befund und Verlauf bleiben dabei in der Patientenakte.
Redaktioneller Tipp: Wenn es euch in erster Linie um die Übungen geht, lohnt sich ein Blick auf unseren eigenen Vergleich der Übungssoftware für Physiotherapeuten. Dort könnt ihr die Bibliotheken und Apps noch einmal gezielt miteinander vergleichen.
medo.check

medo.check baut den Therapieplan über die Trainingsplanung auf. Überschriften, Kommentare und selbst angelegte Übungen können als Bausteine verwendet werden. Nach demselben Prinzip lassen sich auch Trainings- und Ernährungspläne erstellen. Die Bibliothek umfasst laut Hersteller 3.300 Übungen, davon rund 2.800 mit Video. Dazu kommt ein eigener Übungspool für die Physiotherapie. Eigene Übungen und Videos könnt ihr ebenfalls anlegen und in Katalogen organisieren.
Für den Patienten gibt es den fertigen Plan entweder in der medo.coach App oder als PDF beziehungsweise Ausdruck mit Link und QR-Code. Auch die Befundung ist eingebunden: Dafür stehen Vorlagen für eine geführte Anamnese, frei konfigurierbare Fragebögen und SOAP-Notizen im Checkup zur Verfügung.
synaptos

synaptos setzt auf die integrierte Übungsbibliothek von Physiotec (Wibbi) mit über 23.000 Übungen. Zu den Übungen gehören Fotos, Videos und mehrsprachige Beschreibungen. Eigene Übungen und eigene Videos lassen sich ebenfalls ergänzen.
Der fertige Plan kann per App oder als Ausdruck per E-Mail beim Patienten landen. Interessant ist dabei die Rückkopplung: Über die App kann der Patient Feedback zu den Übungen geben, das anschließend automatisch in synaptos übernommen wird. Zum Zeitpunkt unseres Interviews war diese Funktion für Pilot-Nutzer freigeschaltet und für alle Kunden angekündigt. Wer synaptos aktuell einsetzen möchte, sollte deshalb beim Hersteller nachfragen, ob die Funktion im eigenen Paket enthalten ist.
Für die Befundung gibt es einen frei konfigurierbaren Befundbogen, standardmäßig nach Maitland, ergänzt um Bodychart und frei wählbare Symptome.
Therapieplan als Vorlage und Dokument in der Patientenakte
Hier funktioniert Therapieplanung etwas anders. Die Programme helfen euch mit Vorlagen, Textbausteinen und Maßnahmenkatalogen, den Plan zu erstellen und anschließend direkt in der Patientenakte abzulegen. Von dort geht es weiter als Ausdruck oder Datei. Eine umfangreiche Übungsbibliothek mit Videos ist dagegen nicht der Schwerpunkt.
Das kann trotzdem genau der richtige Ansatz sein – vor allem dann, wenn ihr eure eigenen Therapiepläne und Abläufe bereits habt und sie einfach sauber in der digitalen Patientenakte abbilden wollt.
appointmed

In appointmed könnt ihr persönliche Vorlagen für häufige Fälle anlegen. Das spart vor allem bei wiederkehrenden Dokumentationen Zeit. Auch Dateianhänge wie Fotos oder Dokumente lassen sich aus der Patientenakte heraus ausdrucken oder sicher an den Patienten senden.
Eine eigene Übungsbibliothek gibt es nicht. Für die Befundung stehen allgemeine Notizen, individuelle Formulare und Body-Charts in der Patientenakte zur Verfügung. Einzelne Einträge können als Patientenbrief ausgegeben werden. Eine Videosprechstunde ist laut den vorliegenden Angaben in allen Paketen enthalten.
iPrax

iPrax erstellt Therapiepläne nicht automatisch. Wenn ihr bereits eigene Pläne oder Vorlagen habt, könnt ihr diese per PDF-Import in die Patientenakte übernehmen. Anschließend lassen sie sich ausdrucken oder digital bereitstellen. Auch Fotos, Videos und Scans können hinterlegt und verschickt werden.
Eine eigene Übungsbibliothek gibt es nicht. Die Befundung hat einen eigenen Bereich in der Patientenakte und kann je Verordnung in Textform dokumentiert werden. Unterstützt wird das unter anderem durch Textbausteine, Handschrifterkennung mit dem Apple Pencil und eine Diktierfunktion. Mit dem 3D-Buddy lässt sich der Befund außerdem an einem dreidimensionalen Körpermodell darstellen.
NOVENTI Ora

In NOVENTI Ora könnt ihr die einzelnen Maßnahmen per Textbaustein oder Freitext dokumentieren. Für Eigenübungen gibt es mehr als 100 Vorlagen, die nach Lokalisation und Maßnahme sortiert sind. Diese könnt ihr drucken, herunterladen oder per E-Mail an den Patienten schicken. Eigene Vorlagen lassen sich ebenfalls ergänzen.
Die Befundung ist ein kostenpflichtiges Modul. Schmerzpunkte werden auf einem 2D-Körperbild dokumentiert, dazu kommen Anamnese, Medikation und Schmerzskala. Am Ende fasst die Software die Behandlung und die Entwicklung des Therapieerfolgs in einem Therapiebericht zusammen.
tinana

tinana ist ursprünglich aus einer Bewegungs-App hervorgegangen und seit 2025 als vollständige Praxissoftware aufgestellt. Der Therapieplan entsteht dabei im Rahmen der Dokumentation. Dafür gibt es Textbausteine für die einzelnen Heilmittel, Befundvorlagen, Maßnahmenkataloge, Standardziele und Verlaufstexte. Eigene Bausteine könnt ihr ergänzen.
Gerade im Zusammenhang mit der Blankoverordnung ist ein Detail interessant: Die dafür erforderlichen Pflichtfelder sind hinterlegt. Dazu gehören Ziele, Maßnahmen, Frequenz, Verlauf, Zielerreichung und die Begründung von Abweichungen. Fehlen Angaben, weist die Software darauf hin. Verlaufsbefunde mit Scores wie VAS und ROM können in den Therapiebericht einfließen. Dieser wird per KIM oder als signiertes PDF an den Arzt übermittelt.
Eine eigene Übungsbibliothek für Patienten nennt die Herstellerseite im September 2026 nicht. Die frühere App findet sich dort inzwischen vor allem noch in der Unternehmensgeschichte.
Befund und Verlauf in der Software, Therapieplan noch nicht
Bei den folgenden Programmen ist die Situation eine andere: Befundung und Verlaufsdokumentation sind bereits Teil der Software, einen eigentlichen Therapieplan könnt ihr dort aber noch nicht erstellen. Der Plan entsteht deshalb weiterhin auf Papier, als Datei oder in einer separaten Übungs-App. Bei zwei Herstellern ist eine entsprechende Funktion angekündigt.
Redaktioneller Tipp: Wenn euch vor allem interessiert, wie Befund und Verlauf in den einzelnen Programmen funktionieren, findet ihr die Details auf unserer Seite zur Dokumentation in der Physiotherapie.
henara

Die Praxissoftware von henara heißt inzwischen SMART.VO. Einen eigenen Therapieplan unterstützt die Software laut Hersteller derzeit nicht. Stattdessen setzt sie auf externe Tools wie fyzo. Die Dokumentation aus diesem Tool kann über eine Schnittstelle in die Praxissoftware importiert werden.
Die Anamnese wird vom Patienten in der App ausgefüllt. Befundung und Dokumentation funktionieren anschließend sowohl mobil als auch am PC. Für die Dokumentation hat der Hersteller außerdem Textbausteine und klickbare Avatare mit Pins angekündigt.
Optica Viva

Bei Optica Viva ist die Erstellung von Therapieplänen laut Hersteller derzeit nicht möglich (Stand 05/2024). Auch die aktuelle Funktionsseite nennt im September 2026 keinen entsprechenden Baustein.
Seine Stärken hat das Programm dafür an anderer Stelle. Bei der Befundung stehen Bodycharts, Messreihen und frei gestaltbare, praxisindividuelle Anamnesebögen zur Verfügung. Behandlungsergebnisse könnt ihr direkt während des Termins dokumentieren, unter anderem über Felder für Behandlungsziel, Vorgehen und Tendenz. Therapiebericht, Verlaufsdokumentation und Arztbericht lassen sich geführt aus der Software erstellen.
Patientify

Einen Therapieplan könnt ihr in Patientify derzeit noch nicht direkt erstellen. Laut Hersteller ist die Funktion in Planung. Eigene Therapiepläne lassen sich aber als Datei in der Patientenakte speichern – so wird es auch in unserem Erfahrungsbericht aus einer Praxis beschrieben.
Befunde und Diagnosen werden in der Akte unter anderem nach ICD-10 erfasst. Die Behandlungsdokumentation kann je Termin als Text oder Datei-Upload hinterlegt werden. Eine eigene Übungsbibliothek gibt es nicht.
Proleos⁺

Therapiepläne lassen sich über Proleos⁺ laut Hersteller derzeit nicht erstellen. Bei der Befundung ist das Programm dagegen bereits breiter aufgestellt: Schmerzpunkte lassen sich auf einem 2D-Körperbild markieren, dazu kommt eine ausführliche Standardanamnese. Optional steht eine evidenzbasierte Anamnese zur Verfügung, die gemeinsam mit PhysioMeetsScience entwickelt wurde.
Für die laufende Dokumentation gibt es Textbausteine als Vorlagen und eine Diktierfunktion. Die Dokumentation ist jeweils mit der Verordnung verknüpft. Im Bereich Prävention arbeitet Proleos⁺ mit einem Kooperationspartner zusammen, der Videokurse anbietet.
thevea

Eine eigene Therapieplanung ist mit thevea laut Hersteller aktuell noch nicht möglich. Dort heißt es: „wir arbeiten aber bereits daran“.
Die Anamnese wird in Textform erfasst und kann Problembeschreibung, Vorgeschichte und soziale Situation enthalten. Die Informationen lassen sich einer Verordnung oder direkt einem Patienten zuordnen. In thevea Pro liegt die vollständige Behandlungsdokumentation beim Patienten und ist mit der jeweiligen Verordnung sowie einem Aktivitätenprotokoll der beteiligten Mitarbeiter verknüpft. Therapieberichte werden laut Herstellerseite per Drag & Drop aus anpassbaren Textbausteinen zusammengestellt.

Welches Programm passt zu welcher Praxis
Wenn Eigenübungen fester Bestandteil eurer Therapiepläne sind: medo.check und synaptos sind die beiden Programme aus unserem Vergleich, die dafür eine integrierte Übungsbibliothek und die Ausgabe über eine App mitbringen. Der Unterschied ist vor allem beim Umfang deutlich: medo.check nennt 3.300 Übungen, synaptos über 23.000. Eigene Übungen und Videos könnt ihr bei beiden ergänzen.
Wenn eure Therapiepläne bereits stehen und ihr sie vor allem digital in der Akte führen wollt: appointmed, iPrax, NOVENTI Ora und tinana arbeiten mit Vorlagen, Textbausteinen oder Dateien. NOVENTI Ora bringt zusätzlich Vorlagen für Eigenübungen mit. tinana geht bei der Blankoverordnung einen Schritt weiter und hinterlegt die dafür erforderlichen Pflichtfelder.
Wenn der eigentliche Übungsplan bei euch ohnehin in einem separaten Tool entsteht: henara, Optica Viva, Patientify, Proleos⁺ und thevea decken bereits wesentliche Teile von Befundung und Verlauf ab, führen den Therapieplan selbst aber noch nicht innerhalb der Software. Dafür braucht ihr aktuell ein zweites Programm oder einen anderen Workflow. Bei henara gibt es dafür eine Schnittstelle zu einem externen Tool. Patientify und thevea haben eine eigene Funktion angekündigt.
Häufige Fragen zur Therapieplanung mit Praxissoftware
Erstellt eine Praxissoftware den Therapieplan automatisch aus dem Befund?
Nach unseren Interviews macht das keines der hier verglichenen Programme. Die Software kann euch mit Vorlagen, Textbausteinen und Übungsbibliotheken viel Arbeit abnehmen. Die fachliche Entscheidung, welche Ziele und Maßnahmen für den jeweiligen Patienten sinnvoll sind, bleibt aber bei euch.
Welche Praxissoftware erstellt individuelle Therapiepläne mit Übungen?
medo.check und synaptos stellen individuelle Pläne aus einer Übungsbibliothek zusammen und können diese anschließend per App an den Patienten geben. NOVENTI Ora bietet Vorlagen mit Eigenübungen, die ihr ausdrucken oder per E-Mail verschicken könnt.
Was muss die Software für die Blankoverordnung können?
Bei der Blankoverordnung legt ihr Heilmittel, Frequenz und Dauer selbst fest und müsst die Behandlung entsprechend dokumentieren und begründen können. Die Software sollte deshalb Ziele, Maßnahmen und Frequenz je Verordnung abbilden und möglichst dabei helfen, daraus den Therapiebericht zu erstellen.
tinana nennt die entsprechenden Pflichtfelder auf seiner Herstellerseite ausdrücklich. Bei den anderen Programmen solltet ihr konkret nachfragen. Ein Grund dafür: Einige unserer Hersteller-Interviews stammen aus der Zeit vor dem Start der Blankoverordnung.
Fazit
Einen Therapieplan, der automatisch aus dem Befund entsteht, bietet derzeit keines der hier verglichenen Programme. Das heißt aber nicht, dass die Software bei der Therapieplanung wenig bringt. Im Gegenteil: Vorlagen für wiederkehrende Fälle, umfangreiche Übungsbibliotheken, Videos und Patienten-Apps können im Alltag einiges an Arbeit sparen.
Entscheidend ist deshalb weniger die Frage, ob eine Software irgendwo ein Häkchen bei „Therapieplanung“ setzt. Wichtiger ist, wo euer Therapieplan heute entsteht und was anschließend damit passieren soll. Wollt ihr vor allem eure eigenen Pläne digital in der Patientenakte verwalten? Braucht ihr eine große Übungsbibliothek? Oder soll der Patient den fertigen Plan direkt auf dem Smartphone bekommen?
Die Therapieplanung ist dabei natürlich nur ein Teil der Praxissoftware. Wie die Programme bei Terminplanung, Abrechnung und Dokumentation abschneiden, zeigt unser Vergleich der Praxissoftware für Physiotherapie. Wenn ihr schneller zu einer ersten Auswahl kommen wollt, könnt ihr außerdem unseren Schnell-Check nutzen. Der stellt euch vier Fragen und zeigt anschließend die Programme, die zu euren Anforderungen passen.