Videotherapie Software für Physiotherapeuten – Vergleich 2026
Videotherapie hat sich in der Physiotherapie als fester Bestandteil moderner Praxisführung etabliert. Ob Folgekonsultationen nach der eigentlichen Behandlung, die Betreuung von Patienten in ländlichen Regionen oder die Integration von Heimübungsprogrammen – die Möglichkeit, Therapieleistungen über Video anzubieten, eröffnet euch als Physiotherapeuten neue Wege. Damit das reibungslos funktioniert, braucht ihr die richtige Software.
In diesem Vergleich zeigen wir euch, welche Praxissoftware eine integrierte Videotherapie-Lösung mitbringt, worauf ihr bei der Auswahl achten solltet und was die Abrechnung mit den Krankenkassen bedeutet.
Kurzüberblick: Diese Partner unterstützen Videotherapie
Nicht jede Praxissoftware für Physiotherapeuten bietet native Video-Funktionen. Die folgenden Anbieter aus unserem Vergleich gehören zu denen, die euch in diesem Bereich am weitesten entgegenkommen:
Patientify
Patientify ist der Partner auf unserer Seite mit der am weitesten entwickelten Videotherapie-Integration. Die Videokonferenz-Funktion ist vollständig in die Plattform eingebettet – KBV- und GKV-zertifiziert. Das bedeutet: Ihr könnt Videotherapie direkt über die Krankenkasse abrechnen, ohne auf externe Tools wie Zoom oder Teams zurückgreifen zu müssen. Die Videoverbindung ist direkt mit der Terminplanung und der Patientenverwaltung verknüpft, sodass der gesamte Ablauf – Buchung, Durchführung, Dokumentation – in einem System bleibt.
- Integrierte Videosprechstunde, KBV-/GKV-zertifiziert
- Nahtlose Verbindung mit Terminverwaltung und Patientenakte
- Keine Drittanbieter-Tools notwendig
- Datenschutzkonforme Übertragung
medo.check
medo.check setzt bei der Video-Nutzung auf einen anderen Ansatz: Im Vordergrund steht die Heimübungsbetreuung über die medo.coach App. Die App bietet über 3.000 Übungsvideos, die ihr euren Patienten als individuellen Übungsplan zukommen lassen könnt. Für Live-Videokonsultationen ist medo.check weniger ausgelegt – der Fokus liegt auf der asynchronen Videobetreuung.
- Über 3.000 Übungsvideos in der medo.coach App
- Individuelle Übungspläne per Video an Patienten versenden
- Fokus auf asynchrone Heimübungsbetreuung
tinana
tinana bietet eine integrierte Bewegungs-App mit rund 100 Übungen inkl. Videoanleitung, die direkt aus der Praxissoftware heraus an Patienten verteilt werden können. tinana punktet durch seine sehr intuitive Bedienung und die Möglichkeit, Dokumentation und Übungsbetreuung eng miteinander zu verzahnen.
- Bewegungs-App mit ca. 100 Übungsvideos
- Direkte Zuweisung von Übungsplänen aus der Software
- Einfache Bedienung für Therapeuten und Patienten
Alle Anbieter im Überblick: Wer bietet welche Video-Funktionen?
Anbieter mit Live-Videotherapie
Patientify
Native, zertifizierte Videokonferenz-Funktion, GKV-abrechenbar. Empfohlen für Praxen, die Telerehabilitation als echten Behandlungsbaustein integrieren wollen. Mehr zu Patientify →
Anbieter mit Übungsvideo-Funktionen
medo.check
Starke Videobibliothek über die medo.coach App. Ideal für Praxen, die Heimübungen mit professionellen Videoanweisungen unterstützen wollen. Mehr zu medo.check →
tinana
Integrierte App mit Übungsvideos und Spracheingabe. Gut geeignet für Praxen, die schnelle Dokumentation und einfache Patientenkommunikation kombinieren möchten. Mehr zu tinana →
principa
Flexible Übungssoftware integriert, Videoübungen können in die Therapieplanung eingebunden werden. Mehr zu principa →
Anbieter ohne native Videofunktion
Die folgenden Anbieter bieten keine integrierte Videotherapie, können aber häufig über externe, zertifizierte Videoplattformen ergänzt werden:
- appointmed – starke Terminverwaltung, externe Video-Integration möglich
- henara – Anamnesebögen per App, Video extern
- NOVENTI Ora – umfassende Abrechnungslösung, kein natives Video
- Optica Viva – bewährte Praxissoftware, Video extern
- Proleos+ – moderne Cloud-Lösung, Video-Integration möglich
- synaptos – österreichischer Anbieter, Video extern
- thevea – DSGVO-konform, deutsche Server, externe Videotools möglich
- Buchner, Data-Cur, iPrax, Lemniscus, MD Therapie, MedHQ, PraxWin, THEORG, TheraTop – klassische Praxissoftware, externe Videolösung empfehlenswert
Was ist Videotherapie in der Physiotherapie?
Videotherapie – auch Telerehabilitation oder Online-Physiotherapie genannt – bezeichnet die Durchführung physiotherapeutischer Behandlungen über eine Videoverbindung. In Deutschland sind videotherapeutische Leistungen unter bestimmten Voraussetzungen über die gesetzliche Krankenversicherung abrechenbar.
Grundsätzlich unterscheiden sich zwei Varianten:
- Synchrone Videotherapie (Live-Videokonferenz): Therapeut und Patient sind gleichzeitig in einer Videoverbindung. Befund, Anleitung und Feedback erfolgen in Echtzeit – vergleichbar mit einer normalen Behandlungseinheit, nur remote.
- Asynchrone Videounterstützung (Übungsvideos): Der Therapeut stellt dem Patienten individuelle Übungsprogramme mit Videoanleitung zur Verfügung. Der Patient führt diese selbstständig durch – oft über eine Patienten-App.
Für die Abrechnung über die GKV ist ausschließlich die synchrone Variante relevant. Hierfür muss die eingesetzte Software zertifiziert sein – so wie es bei Patientify der Fall ist.
Vorteile der Videotherapie für Physiotherapiepraxen
- Mehr Patienten erreichbar: Patienten, die mobil eingeschränkt sind, weit entfernt wohnen oder wenig Zeit haben, können weiterhin betreut werden.
- Termintreue verbessern: Ausfallraten sinken, wenn Patienten nicht physisch erscheinen müssen. Besonders relevant für Folgetermine und Übungskontrollen.
- Effizienz steigern: Kürzere Video-Checks zwischen regulären Terminen ermöglichen eine engere Begleitung ohne vollen Behandlungsaufwand.
- Heimübungen begleiten: Über Übungs-Apps mit Videoanleitung können Therapeuten sicherstellen, dass Patienten ihre Hausaufgaben korrekt durchführen.
- Umsatzpotenzial: Zertifizierte Videosprechstunden können bei GKV-Patienten abgerechnet werden – zusätzliche Einnahmen bei flexiblem Einsatz.
Auswahlkriterien: Worauf kommt es an?
1. GKV-Zertifizierung
Für die Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen ist eine entsprechende Zertifizierung zwingend. Prüft dies gezielt – oder wählt direkt eine integrierte Lösung wie Patientify.
2. Nahtlose Integration in die Praxissoftware
Eine separate Videolösung bedeutet Medienbrüche. Achtet darauf, dass Video, Terminplan und Dokumentation in einer Software zusammenlaufen.
3. Datenschutz und DSGVO
Videoübertragungen im medizinischen Kontext unterliegen besonderen Datenschutzanforderungen. Server-Standort, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) sind Pflicht.
4. Einfache Handhabung für Patienten
Eure Patienten müssen die Videofunktion ohne technische Hürden nutzen können. Lösungen, die über einen einfachen Link funktionieren (kein App-Download erforderlich), haben klare Vorteile.
5. Kombination mit Übungssoftware
Videotherapie und Übungssoftware ergänzen sich ideal. Nach der Live-Session kann der Therapeut direkt den nächsten Übungsplan mit Videoanleitung versenden.
FAQ: Häufige Fragen zur Videotherapie in der Physiotherapie
Kann ich Videotherapie mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Die eingesetzte Software muss KBV-zertifiziert sein. Informiert euch bei eurer Kassenärztlichen Vereinigung oder nutzt eine bereits GKV-konforme Lösung wie Patientify.
Welche Videotherapie-Software ist für Physiotherapeuten am besten geeignet?
Für Live-Videokonsultationen mit GKV-Abrechnung ist aktuell Patientify die empfehlenswerteste integrierte Lösung. Für die Begleitung von Heimübungen per Video eignen sich medo.check und tinana sehr gut.
Benötige ich für Videotherapie eine spezielle Praxissoftware?
Nicht zwingend – ihr könnt auch externe zertifizierte Videoplattformen nutzen. Einfacher und fehlerarmer ist jedoch eine vollständig integrierte Lösung.
Wie unterscheidet sich Videotherapie von Übungssoftware?
Videotherapie bezeichnet Live-Konsultationen per Video. Übungssoftware stellt Patienten voraufgezeichnete Übungsvideos zur Verfügung. Beides kann sich ideal ergänzen – mehr dazu auf unserer Seite zur Übungssoftware für Physiotherapeuten.
Funktioniert Videotherapie auch mit Privatpatienten?
Ja, für Privatpatienten gibt es keine GKV-Zertifizierungspflicht. Achtet trotzdem auf Datenschutzkonformität.
Fazit: Videotherapie lohnt sich – mit der richtigen Software
Videotherapie ist für moderne Physiotherapiepraxen bereits heute eine sinnvolle Ergänzung des Behandlungsangebots. Entscheidend ist, dass ihr eine Software wählt, die Video, Termine, Dokumentation und Patientenkommunikation nahtlos verbindet.
Unser klarer Tipp für Live-Videotherapie mit GKV-Abrechnung: Patientify. Für Übungsbegleitung per Video sind medo.check und tinana starke Optionen. Vergleicht alle Anbieter auf unserer Hauptseite und findet die Software, die am besten zu eurer Praxis passt.